Am 19.3.2026 fanden rund 100 Bürger und Bürgerinnen um 17 Uhr den Weg ins
Rostocker Rathaus. Sie folgten der Einladung des Arbeitskreises Wohnprojekte Rostock,
Tausamen tau Hus e.V. und AZwanzig e.V. zum gemeinschaftlichen Wohnen.
Die Senatorin für Stadtentwicklung, Bau, Klimaschutz und Mobilität der Stadt Rostock,
Ute Fischer-Gäde, hob in ihrer Rede die gesellschaftliche Relevanz neuer Wohnformen
hervor. Sie bieten Antworten auf gesellschaftliche Problemlagen, wie Vereinsamung im
Alter, Unterstützung von Alleinerziehenden oder Wohnraumversorgung für Menschen
mit Behinderung. Petra Schultz-Adebahr vom Bremer Netzwerk Wohnprojekte e.V. führte
aus, welche Möglichkeiten Gemeinschaftliche Wohnformen bieten – verlässliche
Nachbarschaften, Räume für Austausch, Diskussion und Geselligkeit und Ressourcen
teilen, wie die gemeinsam genutzte Bohrmaschine. Preiswertes Wohnen, durch
innovative, platzsparende Grundrisse ist ein relevanter Mehrwert im städtischen Raum.
Im ländlichen Raum beleben Wohnprojektinitiativen Gemeinden. Sie verbinden
Wohnen und Arbeiten, nutzen Leerstand um und bauen gemeinwohlorientierte Orte auf.
Sie schaffen Grund, zu wohnen, zu bleiben und sich am gesellschaftlichen Leben zu
beteiligen.
Die Ausstellung „Anders Wohnen – besser leben“ des Forums Gemeinschaftliches
Wohnen e.V. Bundesvereinigung (wochentags 8-18 Uhr kostenlos im Rostocker Rathaus
zu besichtigen) stellt unterschiedliche Wohnprojekte aus ganz Deutschland vor. Auch in
Rostock und im Landkreis gibt es verschiedene alternative Wohnprojekte. Es stellten
sich vor: eine selbstorganisierte Senioren-WG in Evershagen, ein Pachthof in Mistorf, der
aktuell saniert wird vom Verein AZwanzig sowie der Umbau einer Schule in Boddin für
rund 20 Bewohner. In Groß Kussewitz bieten die Besitzer ein Grundstück an, um es von
einer Genossenschaft bebauen zu lassen, z.B. mit Tiny Houses. Zudem plant die
Initiative WoGe ein inklusives Mehrgenerationenprojekt im Stadtgebiet Rostock.
Damit Wohnprojekte entstehen können, braucht es verlässliche Unterstützung: leicht
zugängliche Beratung und Information, Zugänge zu Förderungen sowie erschwingliche
Grundstückspreise. Ebenso wichtig ist die systematische Berücksichtigung von
Wohnprojekten in der Stadt- und Gemeindeentwicklung.
Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns zu diskutieren: Welche konkreten Beiträge können
Stadt und Land leisten, um diese Projekte wirksam zu unterstützen und auf den Weg zu
bringen?
Heike Kirsch für den Arbeitskreis Wohnprojekte Rostock
https://stadtgestalten.org/wohnprojekte/
Beitrag im NDR: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-
vorpommern/rostock/rostock-ausstellung-zeigt-alternative-
wohnformen,mvregiorostock-2876.html


Fotos: Eva Thiede
